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Corona als Chance #3 – Was wirklich wichtig ist

Corona als Chance #3 - Was wirklich wichtig ist

​Felix sitzt in seiner neuen Sandkiste, schaufelt Sand in sein Boot, baut damit einen Turm, haut ihn wieder um und findet das so lustig, dass er gleich wieder von vorne beginnt. Er lebt im Moment und genießt ihn in vollen Zügen. In die Zukunft schaut er nicht. Was interessiert ihn schon, was in 5 Minuten kommen wird? Würde er es tun, hätte er weiteren Grund zur Freude. Ich lege gerade seine Lieblingsspeise, einen Maiskolben, auf den Griller und werde dann auch gleich noch das Fahrrad aus dem Keller holen, damit wir am Nachmittag wieder eine kleine Runde drehen, um in der Quarantäne nicht durchzudrehen. Radtouren gefallen ihm deshalb so gut, weil er dann wieder ganz viele Hunde und Katzen sehen wird. Und wenn wir Glück haben, vielleicht sogar einen Traktor. 

Felix erlebt gerade die Zeit seines Lebens. Zugegeben, er ist erst 16 Monate jung. Aber immerhin. Die kollektive Angst und Panik in diesen Wochen beschäftigt ihn gar nicht. Für ihn hat sich im Grunde auch nicht viel verändert. Ein bisschen doof findet er zwar, dass wir im Moment nicht rutschen und schaukeln gehen können, aber dafür hat diese Krise für ihn einen riesigen Vorteil: Mama und Papa sind immer zuhause. Manchmal gehen sie beide zwar für ein paar Stunden weg, um zu arbeiten, aber zumindest nicht so weit weg: Mama fährt nicht zur Schule nach Baden, Papa nicht zu seinem Coaching-Sessions nach Wien oder zu irgendwelchen Workshops oder Vorträgen irgendwo anders in Österreich. Beide arbeiten jetzt vom Büro aus online. Außerdem fahren sie generell nicht unnötig irgendwo hin: Nicht um irgendwelche Dinge einzukaufen, die wir eh nicht brauchen oder zum Friseur oder zur Maniküre oder zum Auto waschen.

Felix first. Familiy first. Diese Krise schenkt ​einerseits zwar nicht allen, aber vielen von uns - ​zumindest am Telefon - mehr Zeit mit unseren Liebsten, mit den Menschen, die uns am allerwichtigsten sind und die wir in unserem stressigen Alltag aber trotzdem oft hinten anstellen (müssen). ​Sie stürzt ​andererseits aber auch viele Einsame und Alleingelassene in ein noch tieferes Loch​. Hast du so ​einen Menschen in deinem Umfeld? Vielleicht magst du ​​ih​n heute kurz anrufen. Was dir ​ein paar Minuten "kostet", verschönert ihm vielleicht den ganzen Tag.

Diese Krise - ob du willst oder nicht - hilft dir dabei, dir deine Werte bewusst zu machen. So wie uns Rückschläge, Niederlagen und Krisen fast immer aufzeigen, was uns wirklich wichtig ist, worauf es im Leben tatsächlich ankommt. In Zeiten der Veränderung können sich Werte auch ordentlich verschieben.

Was ist dir im Moment wirklich wichtig?

1. Dein Selbst-Wert und der Bau deines "Traumhauses"
Hat sich bei dir in den letzten Wochen auch etwas verändert? Bist du draufgekommen, dass du gewisse Dinge jetzt anders siehst oder anders machst als noch vor der Krise? Was ist dir jetzt wirklich wichtig? Und was verliert an Bedeutung? Wen oder was vermisst du im Zuge des "Social Distancing" am meisten? Und bei wem oder was bist du sogar froh, Abstand zu gewinnen?

Corona könnte dir die Chance bieten, deine Werte (neu) zu definieren, um ab sofort bewusstere Entscheidungen zu treffen. Um nachhaltig zufrieden und erfolgreich zu sein ist es nämlich wichtig, nach deinen Werten zu handeln. Viele Menschen jagen ihren Zielen und Träumen hinterher ohne das Fundament dafür gebaut zu haben: Die Definition der eigenen Werte. 

Eine meiner Lieblingsübungen in meinen 1:1 Coachings ist das "Traumhaus". Viele Menschen kommen mit ihren (bisher gescheiterten) Zielen zu mir und bitten mich, sie dabei zu unterstützen, diese zu erreichen. Das Erste, was ich dann tue, ist, die Ziele erst einmal beiseite zu legen, manchmal sogar zu verwerfen. Im ersten Schritt ist es wichtig zu überprüfen, ob es wirklich deine Ziele sind oder ob du sie von jemand anderem (Eltern, Freunde, Gesellschaft) übernommen hast, was bei sehr vielen Menschen der Fall ist.

Wenn sie wirklich deine sind, können wir mit dem Bau deines Traumhauses beginnen: Als erstes finden wir dafür deinen "Grund". Simon Sinek nennt es "Start with Why", Ali Mahlodji "Entdecke dein Wofür". Und das darf auch ganz abstrakt sein:

Was macht für dich Sinn? Was gibt dir Sinn? Wofür bist du da?

Als zweites heben wir den Keller aus und betonieren das Fundament deines Hauses, nämlich deine Werte. Was sind die Dinge in deinem Leben, die dir am wichtigsten sind, die du nicht mit dir verhandeln lässt, wo du keine Kompromisse eingehen möchtest? Als drittes setzten wir das Erd-Geschoss drauf, die Ebene mit deinen Stärken, in der du nach unten hin zu deinen Werten gut geerdet bist, die dich aber durch deine besonderen Fähigkeiten hoch hinaus wachsen lässt. Erst dann setzen wir das Dach drauf, die Ziele, die du erreichen und die Träume die du dir verwirklichen möchtest. Eingebettet in deine Vision - einerseits für dich und dein Leben, andererseits für dein Umfeld (Familie, Freunde, Unternehmen, Verein) und diese Welt.

2. Über mehr Wert-Schätzung zu weniger Wert-Schöpfung?
Corona könnte nicht nur dir als Individuum, sondern uns als Gesellschaft die Chance bieten, unsere Werte neu zu definieren. Solange das Bruttoinlandsprodukt das höchste Ziel unseres Systems ist, werden wir aus unserem Hamsterrad nur schwer herauskommen. Wie wäre es (wie zB im Bhutan) mit "Bruttoinlandsglück" statt Bruttoinlandsprodukt als höchste Priorität? Mit (zwischen)menschlichem Wachstum vor wirtschaftlichem Wachstum? Mit einem Leben im Füreinander statt im Gegeneinander? 

Vielleicht stellt sich die Frage bald gar nicht mehr, OB wir diese Transformation wollen, sondern WANN wir sie hinbekommen müssen. Viele Zukunfts- und Wirtschaftsforscher sind sich einig, dass Corona die größte Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg auslösen wird: Viele Staaten werden Bankrott gehen, viele Unternehmen werden zusperren müssen, viele Menschen werden ihre Arbeitsplätze verlieren. (Das Absurde dabei ist, dass jetzt viele Arbeitnehmer und Angestellte Angst um ihren Job haben, den sie eigentlich eh nicht wirklich machen möchten anstatt sich darüber Gedanken zu machen, was sie eigentlich wirklich machen möchten. Und ich meine jetzt nicht jene, die am Existenzminimum ums Überleben kämpfen.)

Wie viel Sinn macht es da noch, einem endlosen wirtschaftlichen Wachstum hinterherzuhecheln? Mit dem Wissen, dass die Ressourcen dieser Erde ohnehin begrenzt sind und die Natur uns seit Jahren die Rechnung präsentiert. Wäre nicht jetzt der richtige Zeitpunkt, unser wirtschaftliches System neu zu definieren, vielleicht sogar neu zu erfinden? Und im Zuge dessen ein ganz neues Wertesystem für unsere Gesellschaft aufzustellen?

Genau an diesem Punkt schließt sich der Kreis, kommen wir wieder auf die Werte und das Traumhaus zurück. Solange wir auf den Wert "Wirtschaftswachstum" setzen, bauen wir unser eigenes Gefängnis.

Es ist an der Zeit, uns einen neuen "Grund" zu suchen und unser Traumhaus neu aufzubauen.

Was geben wir unseren Kindern mit für ihre Zukunft? Welche Ziele sollten für sie erstrebenswert sein? Was erzähle ich Felix in ein paar Jahren über seine möglichen (beruflichen) Aussichten? Sollte er einen Job anstreben, wo er sich im Konkurrenzkampf nach oben kämpft, seine Ellbögen ausfährt, sich gegen andere durchsetzt oder sie vielleicht sogar "aussticht", um ganz nach oben zu kommen, möglichst hohe Gewinne zu erzielen oder möglichst viele Titel einzuhamstern? Soll ich ihm ​beibringen, dass es wichtig ist, ein großes Haus zu bauen, ein schönes Auto zu fahren oder teure Markenkleidung zu tragen?

​Oder soll ich ihm erzählen UND vorleben, dass er seine Potenziale und Ziele in ein größeres Ganzes integrieren soll, damit wir als Menschen, als Gesellschaft, als globale Community mit- und füreinander ein möglichst gesundes, friedliches und zufriedenes Leben führen können? 

Ein Leben voller Wert-Schätzung entsteht im ersten Schritt im Selbst-Wert und mündet im zweiten Schritt in der Achtung anderer. 

Können wir nach dieser Krise noch mit gutem Gewissen den Menschen, die wirklich wichtige und systemrelevante Arbeit leisten wie zB den Pfleger*innen, Pädago​gen, Reinigungskräften, Lebensmittelverkäufer*innen oder Bauern noch zumuten, für einen lächerlichen Mindestlohn zu arbeiten, während Fußballprofis, Börsenspekulanten und Topmanager Millionen verdienen? Oder ist es an der Zeit, diese (Markt-)Werte zu verschieben? Jeder für sich individuell mit seiner Kraft als Konsument, Unternehmer oder Arbeiter, aber auch die Politik, die die Rahmenbedingungen dafür vorgibt?

In welcher Zukunft wollen wir leben?

Welche Zukunft bauen wir JETZT für unsere Kinder und Enkelkinder? Es geht aktuell natürlich auch darum, wie wir die nächsten Wochen und Monate überstehen ohne unterzugehen, aber auch darum, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, wie wir unser System für eine gelungene und schöne Zukunft transformieren können.

Was ist deine Vision 2050? Für dich, Österreich und diese Welt? Was kannst du JETZT dafür tun, um diese Gesellschaft zu verändern, sie auf den wirklich wesentlichen Werten aufzubauen?

3 Übungen für dich
​- Wert-Schätzung: ​Sprich zumindest ​​​einmal am Tag jemandem deine Wertschätzung aus. Sag deinen Eltern, wie dankbar du ihnen bist, deinem Partner, ​wie lieb du ihn hast, deinem Arbeitskollegen, was er ​gut gemacht hat, d​er Dame an der Supermarktkassa, danke, dass ​sie da ist. Oder schenke einfach "nur" jemandem ein Lächeln oder deine volle Aufmerksamkeit. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die uns das Leben versüßen.

- Ruf ​einen Menschen an, der im Moment sehr einsam sein könnte und hör' ihm einfach "nur" zu. Was dir ​ein paar Minuten "kostet", verschönert ihm vielleicht den ganzen Tag.

- Bau dein Traumhaus (siehe oben). Solltest du nähere Infos dazu brauchen, melde dich gerne bei mir - office@peterhackmair.com

Corona als Chance #2 – Dein Weg zu mehr Selbst-Vertrauen

Corona als Chance #2 - Dein Weg zu mehr Selbst-Vertrauen

Vorneweg: Das Gemeinwohl und die Unterstützung der von der Krise schwer Betroffenen stehen im Moment an erster Stelle und ich bin mir bewusst, dass es viele Menschen gibt, die aktuell nicht die Möglichkeit oder die Zeit oder den Kopf haben, in dieser Krise eine Chance zu sehen. Diese Blogpost-Reihe richtet sich in erster Linie an jene Menschen, denen die Quarantäne die Chance bietet, einerseits für sich selbst (vor) zu sorgen und andererseits sich auch Gedanken für das große Ganze machen zu können.

Ich bin fest davon überzeugt, dass du zumindest nachhaltig nur dann wirklich für andere da sein kannst, wenn es dir selbst gut geht und du im allerersten Schritt (auch) auf dich schaust! So wie du anderen keine Starthilfe geben kannst, wenn deine eigene Batterie auch gerade leer ist. 

Aus der Erfahrung meiner Coachings haben viele Menschen folgenden, sehr prägenden Glaubenssatz von ihren Eltern oder Großeltern übernommen: "Es darf mir nur gut gehen, wenn es den anderen auch gut geht". Natürlich hat das Wohlbefinden unserer Liebsten auch einen Einfluss auf unser eigenes, aber es sollte nicht davon abhängig sein. In der Arbeit mit meinem eigenen Coach habe ich vor vielen Jahren folgenden grundlegenden Glaubenssatz für mich entwickelt:

"Das Glück liegt in mir!"

Dieser Glaubenssatz entsteht und wirkt aber natürlich nicht über Nacht, sondern er ist das Ergebnis eines langen Prozesses einer Persönlichkeitsentwicklung. Das Fundament bist du selbst - es ist dein Selbst! Viele Menschen kommen in mein 1:1 Coaching und wünschen sich mehr Selbstvertrauen. Am liebsten würden sie es sich einfach von mir einimpfen lassen. Ich bin kein Fan vom Impfen. Ich bevorzuge die Stärkung der eigenen Selbstheilungskräfte. 

Um mehr Selbst-Vertrauen aufbauen zu können, musst du erst einmal ein Selbst-Bewusstsein entwickeln. In der Umgangssprache werden diese beiden Begriffe fälschlicherweise oft gleichgestellt, vielmehr handelt es sich dabei aber um eine chronologische Entwicklung. Wer sich seines Selbst nicht bewusst ist, kann sich auch nicht selbst vertrauen. Logisch eigentlich. Und doch gar nicht so einfach. Denn um dein Selbst erst einmal kennenzulernen, darfst und musst du dich in der Tiefe mit dir beschäftigen. Eine erste Frage, die dir dabei helfen könnte:

"Wer bist du, wenn niemand zuschaut?"

Wer und wie bist du im Moment zuhause? Wie verhältst du dich, wenn du dich nicht anpassen oder verstellen musst, sondern einfach so sein darfst, wie du wirklich bist? Hier ein paar Beispiele, die darauf hinweisen könnten, dass du vielleicht noch ein paar Schritte zu gehen hast, um dein Selbst zu leben und um wirklich authentisch zu sein:

// Du schminkst dich und/oder stylst dir die Haare.
// Du zwängst dich in einen Anzug, um zu entsprechen.
// Du arbeitest an etwas, das für dich keinen Sinn ergibt.
// Du checkst stündlich die Likes auf deinen letzten Social Media Post.
// Du besitzt ein Auto, das von außen schöner anzusehen ist als von innen.

Die genannten Punkte haben natürlich nichts mit dir oder anderen zu tun - sie beziehen sich alle ausschließlich auf mich bzw. mein "ehemaliges Ich" 😉 Ich könnte diese Liste mit Dingen, die beschreiben, wie sehr ich ganz lange in meinem Leben im und für mein Außen gelebt habe, ewig verlängern. Bis ich im Zuge meiner Transformation irgendwann draufgekommen bin, dass das größte Ziel in meinem Leben jenes ist, der zu werden, der ich wirklich bin. Mentaltrainer Sascha Soulek hat das in unserem TräumWeiterTALK auch so schön formuliert.

"Es fühlt sich unheimlich geil an, der Mensch zu sein, der du wirklich bist"

Also: Wenn du mehr Selbst-Vertrauen entwickeln möchtest, dann wirst du nicht daran vorbeikommen, dich mit dir und deinem Selbst auseinanderzusetzen. In der Folge wirst du herausfinden, wer du bist, was du kannst und was du willst. Und wenn du dann noch den Mut aufbringst, es dir nicht nur bewusst zu machen, sondern auch noch zu leben, dann hast du das erreicht, nach dem sich heute jeder sehnt, das sich so gut anfühlt und wo du deine Potenziale voll entfalten kannst: Deine Authentizität - einfach so zu sein, wie du wirklich bist. Klingt einfach, ist es auch. Wenn du die Vorarbeit dafür geleistet hast. 

Was hat das alles mit Corona zu tun?

Vielleicht bietet dir diese Krise die einzigartige Möglichkeit, dir einmal mehr Zeit für dich zu nehmen. Vielleicht möchtest du die Quarantäne auch dafür nützen, dich mit dir und deinem Weg zu beschäftigen. Wenn dich die Regierung schon zwingt, drinnen zu bleiben, dann könntest du ja versuchen, diesen (scheinbaren) Nachteil in einen Vorteil umzuwandeln und nicht nur physisch, sondern auch persönlich nach innen zu gehen, um den verborgenen Schatz, das riesige Potenzial, deine größte Kraft zu entdecken, die in dir schlummert.

1 Übung für dich
- Deine Visitenkarte: Mach' dir deine etwas andere Visitenkarte. Ziel: Erstelle eine Visitenkarte, die jeder aus deinem engeren Umfeld sofort dir zuordnen würde. Die Challenge: Ohne deinen Namen, deine Berufsbezeichnung, deine Telefonnummer oder deine Adresse zu erwähnen, sondern das, was dich einzigartig macht: Deine Werte, Eigenschaften und Besonderheiten.

3 Links für dich
- "Vom Ego zum Selbst" - Dr. Sylvester Walch Buch
- "Hirten, Jäger, Sammler." - Richard David Precht
- "TräumWeiterTALK - mit Mentaltrainer Sascha Soulek

Bist du bereit, dich Selbst zu verwirklichen? Dann bin ich gerne für dich da. Ich habe für diese einzigartige Zeit Ressourcen freigeschaufelt, um außergewöhnliche Persönlichkeiten dabei zu unterstützen, als Mensch zu wachsen, um in ihrer Mission und ihren anstehenden Aufgaben über sich hinauszuwachsen. Melde dich für eine erste, kostenlose 1:1 Online Coaching Session. Ich freue mich, mit dir durchzustarten!

Corona als Chance #1 – Die andere Seite der Medaille

Corona als Chance #1 - Die andere Seite der Medaille

"Du veränderst dich immer dann, wenn dir das Leben eine ordentliche 'Watschn' gibt", hat es Ali Mahlodji in unserem TräumWeiterTALK so schön auf den Punkt getroffen. Die Watschn ist jetzt da, sie heißt Corona und sie sitzt ordentlich. Sie trifft uns so hart, dass uns ganz schwindlig wird und viele von uns sich seit Tagen im Kreis drehen.

Persönlich und in Ansätzen erinnert sie mich an meine vierte schwere Knieverletzung als Fußballprofi, die mir den Boden unter den Füßen wegriss und mit der ich realisierte, dass nun endgültig die Zeit reif war, mich zu verändern. Doch so sehr ich die Sehnsucht nach etwas Neuem spürte, so sehr hatte ich auch Angst davor. Ich bin mir sicher, dass auch du dir bereits die ein oder andere Watschn im Leben abgeholt hast: eine schwere Krankheit, einen Unfall, die Trennung von einem Menschen, den Verlust eines Jobs oder was auch immer.

Corona liefert uns nun aber eine ganz neue Dimension. Diese Krise bietet die einzigartige Chance, geballt und auf nationalem, vielleicht sogar auf globalem Level, unsere Gesellschaft zu transformieren. Einiges passiert gerade gezwungenermaßen und ganz automatisch. 

Die Natur regelt, woran Politik und Wirtschaft bisher gescheitert sind:

// Das Virus zwingt uns dazu, zuhause zu bleiben. Wir dürfen nicht mehr fliegen und sollen auch mit wenigen Ausnahmen nicht mehr Auto fahren. Die Folge: Wir reduzieren CO2.
// Das Virus zwingt uns dazu, bewusst einzukaufen, sprich: lokal in Österreich und nur mehr das Notwendigste. Die Folge: Wir fördern die heimische Wirtschaft, reduzieren Müll und besinnen uns auf das Wesentliche (die meisten zumindest).
// Und das wichtigste: Das Virus zwingt uns dazu, füreinander statt gegeneinander zu sein, uns gegenseitig zu helfen, uns für die Kranken und Schwachen einzusetzen und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Wenn wir es als Gesellschaft verstehen, nicht nur auf die Gegebenheiten der Natur oder die Beschlüsse der Politik zu reagieren, sondern aktiv und selbstbestimmt zu agieren, unser Leben in die Hand zu nehmen und selbst zu gestalten, könnte diese Krise die Brücke zu einer neuen Ära in unserer Gesellschaft sein.

2 Typen von Menschen -  Schaf oder Löwe?
In dieser aktuellen Phase wird deutlich, dass es in Sachen Krisenbewältigung zwei Typen von Menschen gibt, zwei Blickwinkel auf die Medaille, die Watschn namens Corona:

Auf der einen Seite die Schafe, die in Schockstarre geraten und vor lauter Angst handlungsunfähig werden. Sie begeben sich in die Opferrolle und warten darauf, was andere jetzt tun bzw. entscheiden.

Und auf der anderen Seite die Löwen, die sich von der mainstreamigen Panikmache befreit haben, um aktiv etwas zu unternehmen. Entweder für das Wohl anderer (DANKE an alle!) und/oder für das eigene. Du musst übrigens kein schlechtes Gewissen haben, wenn du jetzt auch auf dich schaust und es dir gut gehen lässt (mehr dazu im nächsten Blogpost).

N.I.P.S.I.L.D. - Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken

Die einen lassen sich fremdbestimmen, die anderen treffen eigene Entscheidungen. Die einen tun so weiter wie immer, die anderen nützen diese Zeit, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die einen haben Angst vor den Gefahren, die anderen erkennen die Chancen. Die einen denken in Problemen (oder gar nicht), die anderen in Lösungen. 

So wie das "Obsthaus" in Wien zum Beispiel: Die Krise bedrohte sehr schnell die Existenz des Unternehmens. Die Familie beschloss, sich nicht im Selbstmitleid zu baden, sondern lieber aktiv zu werden. Sie bot von einem Tag auf den anderen eine Hauszustellung an und informierte ihre treuesten Kunden darüber. Die fanden die Idee so cool, dass die Nachricht schnell - Pardon! - "viral" ging und die Aktion zum Geschäft ihres Lebens führte: Sie erhielten innerhalb von 36 Stunden über 3000 (!) Bestellungen (u.a. auch von uns) - so viele, dass sie aktuell mit dem Ausliefern gar nicht mehr nachkommen!

Auch ich habe damals nach meiner letzten schweren Verletzung schnell erkannt, dass mich das Problem, meine Larmoyanz und meine Angst vor der ungewissen Zukunft nicht weiterbringt. Ich hatte zwar keinen Plan, was ich jetzt machen sollte und ob mich je wieder etwas so sehr begeistern wird können wie das Fußballspielen, aber die einzige Lösung schien mir, einfach Dinge auszuprobieren. Und so bin ich per "Trial and Error" über das Weltreisen, Schreiben, Trainer Sein, Fußballspiele Analysieren, Start-up Gründen, Tanzen, Vortragen und Workshops Leiten schließlich zu dem vorgedrungen, was ich heute tue und was ich als meine Mission empfinde: Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten.

Manche meiner Experimente sind kläglich gescheitert, manche gut gelungen, manche voll aufgegangen. Von allen aber habe ich gelernt und alle haben sie mich zu dem gebracht, wofür ich wirklich da bin. Heute verstehe ich endlich, was Steve Jobs mit folgendem Zitat gemeint hat (Inspirierendes Video dazu unter den "Links für dich")

"You can only connect the dots backwards. So you have to trust the dots will somehow connect in your future."

Blickwinkel ändern
Welcher Typ bist du - Schaf oder Löwe? Welchen Blickwinkel auf die Medaille hast du gewählt? Bist du immer noch geschockt und wartest einfach, bis der Spuk von selbst vorbeigeht? Oder hast du für dich und unsere Gesellschaft auch bereits erste Chancen erkannt?

2 Übungen für dich
NIPSILD - Mach' eine Tabelle mit zwei Spalten. In der linken sammelst du alle Probleme, die du im Moment für dich oder auch die Gesellschaft erkennen kannst - egal wie klein oder groß. In der rechten Spalte drehst du den Spieß um, schaust einmal von der anderen Seite auf die Medaille und lieferst den (möglichen) Lösungsvorschlag.

- Was würdest du tun, wenn du heute noch einmal ganz von 0 starten könntest?
Stell dir vor, du verlierst im Zuge dieser Krise alles, wirklich alles (Job, Partner, Freunde, Besitz usw.) und du könntest im positivsten aller Sinne noch einmal ganz neu beginnen:
// Welchen Job würdest du machen?
// Würdest du dir wieder deinen Partner aussuchen? Oder deine Freunde?
// Was würdest du gerne lernen, welche neuen Hobbies starten?
// Was würdest du dir (wieder) kaufen? Was brauchst du wirklich?

3 Links für dich
- "TräumWeiterTALK" - mit Unternehmer Ali Mahlodji
- "Connecting the dots" - Motivations-Video mit Steve Jobs
- "Die Welt nach Corona" - Blogpost von Zukunftsforscher Matthias Horx

Bist du selbstreflektiert? Die 4 Ebenen des (Unter-)Bewusstseins

Bist du selbstreflektiert? Die 4 Ebenen des (Unter-)Bewusstseins

​"Was bedeutet Selbstreflexion eigentlich"?
Diese Frage hat uns vor kurzem in unserem Freundeskreis beschäftigt. Wir alle haben im Großen und Ganzen gewusst, was man zumindest im Sprachgebrauch darunter versteht. Zur Sicherheit hat ein Freund dann aber doch auch noch gegoogelt. Ich meinte zwar, Selbstreflexion zu googeln wäre so etwas wie ein Oxymoron, aber was soll's. Here it is - Wikipedia behauptet Folgendes: "Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen, mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden".

​Klingt plausibel​! Aber was wäre eine Diskussion, wenn nicht zumindest eine(r) eine konträre Meinung vertritt und ein bisschen aufwirbelt. Deshalb habe ich folgende Frage in die Runde geworfen: "Kann man überhaupt selbstreflektiert sein? Für eine Reflexion braucht man doch einen Spiegel. Kann man sein eigener Spiegel sein...?!" (Natürlich spricht da auch der Coach in mir, der davon lebt, der Spiegel für andere zu sein.)

Nach einigen Tagen, Gesprächen​, ​Beobachtungen, Coachings und meiner eigenen Reflexion ​über Selbstreflexion bin ich zu folgenden ​Antworten und vielen weiteren Fragen für ​mich gekommen (zumindest vorübergehend - ich freu' mich auf deine Meinung dazu): Ja, ​die Definition von Wikipedia kann ich grundsätzlich so unterschreiben​. Die entscheidende Frage ist nur:

"Bringt dich Selbstreflexion auch wirklich weiter? 

Wenn du in deinem eigenen Denken und Hamsterrad gefangen bist? Dir maximal die Fragen stellen kannst, die du ja schon kennst? Wie sehr hilft dir diese einseitige Perspektive? Ich behaupte: "Wenig!" Um wirklich mehr über dich selbst herauszufinden, um dorthin schauen zu können, worum es wirklich geht, um wirklich etwas verändern zu können, musst du tiefer eintauchen, hin zum Ursprung deines Wesens und deiner Glaubens- und Verhaltensmuster. Und das kannst du nicht alleine. Dafür braucht es eine Begegnung, einen Menschen, einen Coach. Zumindest aus meiner Erfahrung - sowohl als Coach als auch als Coachee. Vielleicht nicht, wenn du als Yogi völlig im Einklang mit dir und der Natur lebst, den ganzen Tag meditierst und dich von Luft und Liebe ernährst. Aber mal ehrlich: Willst du das?

4 Ebenen des (Un-)Bewusstseins
Für eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung und vor allem für eine tiefgründige Transformation braucht es mehr als die Selbstreflexion, nämlich den Sprung in die Tiefen deines Wesens, die Arbeit in allen vier Ebenen des "Schichtemodells".

In der Selbstreflexion bleibst du meistens in der obersten Ebene, in den bewussten Gedanken, hängen. Manchmal gelingt es dir vielleicht, in die zweite Ebene, die (halbbewusste) Gefühlsebene, einzutauchen. Welche Gefühle nimmst du in dir wahr? Welche Emotionen zeigst du nach außen? (Gefühle sind innerlich; Emotionen sind die äußeren Bilder der inneren Wahrnehmung). Schon in die dritte Ebene, die Körperebene, kannst du selbst nur mehr ganz schwer vordringen. Hier, im Unterbewusstsein, sind alle deine Erfahrungen abgespeichert. Und sie können auch nur hier nachhaltig aufgelöst werden.

Wenn du einen tiefen Glaubenssatz, eine Angst oder ein Traumata lösen möchtest, dann musst du tief eintauchen. 

Und die vierte Ebene ist die Seele. Sie ist für den "normalen Menschen" nicht erfassbar und steht für den Kern deines Wesens, für dein tiefstes Sein, für dein Selbst. Wir können sie nicht wirklich beschreiben und schon gar nicht analysieren, aber wir können uns ihr annähern. Aber eben nicht alleine. Dafür braucht es professionelle Begleitung und Unterstützung eines Coaches - oder wenn es sich um einen psychisch kranken Menschen handelt - einen Therapeuten.

Aber bitte nicht falsch verstehen: Der Coach ist nur dein Spiegel, der dich im Prozess begleitet und unterstützt. Die Arbeit darfst und musst du schon selbst machen. Genauso wie ein guter Arzt oder Therapeut dich im Optimalfall "nur" dazu anleiten und dich dabei begleiten sollte, dich selbst gesund zu halten bzw. dich selbst zu heilen, anstatt Symptome zu bekämpfen.  

Je mutiger du bist,
dein Thema an der Wurzel anstatt am Ast zu bearbeiten, desto größer ist die Chance der Nachhaltigkeit, der Weiterentwicklung, des Wachstums. Natürlich hilft auch eine Arbeit in den ersten Ebenen - da manchmal sogar schneller - aber aus meiner Erfahrung eben oft nur kurzfristig und oberflächlich. 

Ich wünsche dir, den Mut zur Veränderung und dass auch du die Kraft spüren lernst, die du entwickelst, wenn du dich in die Tiefen deiner Persönlichkeit begibst. Das kann im ersten Schritt auch weh tun (muss es aber nicht), aber langfristig baust du damit ein starkes Fundament, um deine Potenziale zu entfalten, deine Ziele zu erreichen und deine Träume zu verwirklichen.

Sometimes you win, sometimes you learn – Ein Blickwinkel, der dein Leben verändert

Sometimes you win, sometimes you learn - Ein Blickwinkel, der dein Leben verändert

​Eigentlich sollte ich ​jetzt beim FC Bayern München spielen. ​Zumindest wenn ​mein 10-Jahres-Karriereplan aus dem Jahr 20​10 ​aufgegangen wäre. Damals ​gehörte ich mit ​Anfang 20 ​neben ​Kollegen wie Julian Baumgartlinger, Zlatko Junuzovic oder Sebastian Prödl ​zu den talentiertesten Fußballern ​unseres Landes. Doch es kam anders. Vier schwere Verletzungen in vier Jahren ​führten dazu, dass ich ​mit 25 meine Karriere beendete​. Meine Mission war gescheitert.

Damals fühlte ich mich nicht nur als Fußballprofi gescheitert, sondern auch als Mensch. Der große Traum vom Ausland, auf den ich über 10 Jahre lang hingearbeitet hatte, war geplatzt. Alles woran ich damals geglaubt und worüber ich mich definiert hatte, war ausgelöscht. Der Schlussstrich unter meine Karriere riss mir den Boden unter den Füßen weg.

10 Jahre später weiß ich mehr. Weil ich meinen Blickwinkel verändert habe. Es geht mir heute nicht mehr um Tore oder Titel, Punkte oder Prämien, sondern um Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse. Am Ende des Monats geht mein erster Blick nicht mehr auf mein Gehaltskonto, sondern auf mein "Lernkonto: "Was habe ich in den letzten Wochen wieder lernen dürfen? Woran habe ich persönlich wachsen können? Bin ich wieder einen Schritt weiter gekommen?

Ich habe aufgehört, Buchhaltung über mein Leben zu führen.

Ich ziehe keine Bilanzen mehr. (Das macht zum Glück meine Steuerberaterin​.) Ich teile mein Leben nicht mehr in "Soll" ​oder "Haben" ​oder "Sieg" oder "Niederlage". ​Für mich gibt es ​nicht mehr zwei Seiten der Medaille, sondern nur mehr die Medaille selbst. ​Und diese Medaille bin ich. Meine ​individuelle Entwicklung. Mein persönliches Wachstum.

Mit diesem Blickwinkel veränderst du alles: Mit dieser Einstellung wird jeder Fehler zu einem Lernerlebnis, jedes Scheitern zu einer Selbsterfahrung und jeder Erfolg zu einer Egoprüfung. Intensive und emotionale Momente deines Lebens solltest du  nicht als gut oder schlecht bewerten, sondern dir vielmehr die Frage stellen, was du daraus mitnehmen und was du beim nächsten Mal (vielleicht) anderes machen kannst.

Sometimes you win, sometimes you learn.

Spannenderweise lernst du aus deinen negativen Erfahrungen oft am meisten. Wenn du einen schweren Fehler gemacht hast oder gescheitert bist, sitzt der Stachel tief und er bewegt etwas in dir. Welche Ereignisse in deinem Leben haben dich am meisten geprägt? Welche Erfahrungen haben dich dazu gebracht, dich oder etwas wirklich zu verändern?

Mit 25 Jahren brach eine Welt für mich zusammen, als ich meinen Kindheitstraum loslassen musste. Mein Traum, einmal für den FC Bayern zu spielen, war geplatzt. Heute, mit 32, würde ich mein Leben gegen kein anderes eintauschen wollen. Nicht mal gegen das von David Alaba. Ehrlich nicht. Durch meinen neuen Blickwinkel und vor allem durch meine neu entwickelte Offenheit und Flexibilität habe ich neue Ziele definiert und neue Pläne geschmiedet (vor allem kurzfristigere). So kann ich nach 7 Jahren nach meiner aktiven Fußballerkarriere zB auf eine 15-monatige Weltreise, drei veröffentlichte Bücher und über 100 Keynotes zurückblicken. Zusätzlich sind mir viele geniale Möglichkeiten und Angebote einfach nur zugeflogen: So wie zB Fußballcamps in New York, der ORF-Fußballexperte oder auch die Dancing Stars. 

Nach all diesen Erfahrungen der letzten Jahre habe ich es als mein größtes Ziel definiert, persönlich zu wachsen, mich zu entwickeln und zu entfalten. Und das in Verbundenheit mit meiner Familie, meinen Herzensmenschen und vielen Gleichgesinnten.

Ich habe in den letzten Jahren für mich herausgefunden, dass du gerade dann am meisten wachsen und dazulernen kannst, wenn du dem Fluss des Lebens vertraust und viele verschiedene und neue Dinge ausprobieren kannst. Je konträrer die Aufgaben und je schwieriger die Herausforderungen, desto bunter dein Leben und desto steiler deine Lernkurve. Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis in dieser Zeit, selbst wenn du gerade weder gewinnst noch etwas lernst: Alles gut! Das Leben ist gut! Du bist gut (genug)!

Als Mensch bist du unantastbar.


Und um es mit den philosophischen Worten von André Heller aus unserem Talk abzuschließen: "Der Sinn des Lebens, wenn es nur einer sein soll, ist, aus dem Entwurf eines Menschen, einen halbwegs gelungenen Menschen zu machen."

2 Links für dich​
// "TräumWeiter-Talk" mit André Heller
// "The Four Rules of Life that Change Your View of Everything" ​mit Vishen Lakhiani

2 Übungen für dich
// Was sind die 5 prägendsten Momente oder Erfahrungen aus deinem Leben? Versuche sie nicht als positiv oder negativ zu werten, sondern darüber nachzudenken, was du daraus lernen konntest.

// ​Führe ein Lern-Tagebuch. Zumindest mal für einen Monat. Schreib' jeden Abend ein​e Sache auf, die du gelernt hast. Egal wie klein oder groß dieses Learning ist. 

15h work week: Mein Experiment als selbstständiger Familienvater

15h work week: Mein Experiment als selbstständiger Familienvater

Ich war gerade wieder mit Felix spazieren. Immer wenn ich Glück habe, schläft er im Kinderwagerl ein und ich kann ca. eine Stunde etwas arbeiten. Ein paar Emails beantworten, einen Blogpost schreiben, ein Coaching-Vorgespräch führen oder was auch immer gerade ansteht. Manchmal einfach nur einkaufen, kochen oder Wäsche waschen.

Heute ist wieder Papa-Tag. So wie jeden Montag, Dienstag und Donnerstag. Judith, meine Traumfrau und die Mutter unseres 15 Monate jungen Traumprinzen, unterrichtet seit September letzten Jahres wieder an ihrer Schule. Seither teilen wir uns Haushalt, Arbeits- und Elternzeit 50:50. Mit dem Start des zweiten Semesters hat sie nun noch einen dritten Unterrichtstag dazubekommen. Und ich noch mehr Zeit mit Felix gewonnen. Einerseits ist es ein großes Privileg, so viel Zeit mit ihm verbringen zu dürfen, andererseits gibt es Momente, in denen ich mir mehr Zeit für meine Selbstständigkeit und berufliche Verwirklichung wünschte. 

"Slow down to speed up"
Dieser Umstand und die Aussicht auf ein sehr intensives Frühjahr voller Papatage und Arbeitsabende machte mich nach Weihnachten ziemlich unrund. Weniger Zeit mit Felix war keine Option, deshalb sah ich nur einen Ausweg: Meine Arbeitszeit stark zu reduzieren. Und so führte ich mit 1.1.2020 nach dem Prinzip von Tim Ferris die 15-Stunden-Arbeitswoche für mich ein. (Zugegebenermaßen werden es manchmal 20 - die von ihm propagierte "4 hour work week" dient mir als utopisches "Shoot for the moon".) Erst mal als Experiment und mit Option auf Adaptierung und Verlängerung. 

Was mir in der ersten Woche noch Kopfzerbrechen bereitete und Angst machte (Wie soll sich das ausgehen? Wo soll das Geld herkommen? Leiste ich genug?), stellte sich schon bald als großartige Entscheidung heraus. Ich fokussiere mich auf das Wesentlichste und versuche, mögliche Störfaktoren und Ablenkungen außen vor zu lassen: Keine überflüssigen Meetings, keine Adabei-Events, kein oberflächliches Networking, keine Kalt-Akquise, keine unnötigen Emails, Nachrichten oder Telefonate, keine neuen Konzepte und allen voran: keine Social Medias. Für mich als üblicherweise sehr aktiven Blogger und Poster hatte das in der ersten Woche etwas von Entzug, ab dann war es allerdings nur mehr angenehm und bereichernd.

Ich habe mich viel weniger ablenken lassen und viel Zeit für mich und meine Familie gewonnen.

Gesetz der Anziehung & Mut zum Nein
Und weißt du, was spannend ist? Ich habe in diesen Wochen so viele Anfragen bekommen wie schon lange nicht mehr, u.a. für meine ersten Online-Coachings nach der Empfehlung von Buffer-Gründer Leo Widrich in seiner internationalen Top 10 Coaches List.

Nur mehr 15 Stunden pro Woche zu arbeiten, bedeutet für mich auch, zu allem Nein zu sagen, das nicht meiner Mission entspricht, wie zuletzt zB zu der Einladung von Puls 4 in ihre Talkshow "Sehr witzig!?". Mein Ego hätte sich zwar im ersten Moment mit einem Auftritt im Fernsehen gerne streicheln lassen, aber mein Selbst hat das schnell erkannt und abgesagt. Ich möchte nur mehr Aufträge annehmen, die für mich Sinn machen. Abgesehen davon bin ich so ziemlich der schlechteste Witzeerzähler, den du dir vorstellen kannst. Erstens kann ich mir keine merken und zweitens versemmle ich jede Pointe.

Qualität vor Quantität
Nach sechs Wochen ziehe ich nun ein erstes Fazit. Die Umstellung hat mich nicht nur zufriedener und gelassener gemacht, sondern genau so erfolgreich. Ich verliere mich nicht mehr in unnötigem Tun, sondern gewinne viel Zeit im Sein, für mich, meine Beziehung, unseren Sohn und unsere Freunde. Durch die Reduzierung der Arbeitsstunden bin ich (gezwungenermaßen) auch viel produktiver geworden. Mehr als 3-4 Stunden an vollem Fokus pro Tag ist bei mir einfach nicht drin. Mal ganz ehrlich:

Wie lange kannst du wirklich produktiv sein und ab wann sitzt du nur mehr Zeit ab? 

In diesen 3-4 Stunden bin ich dafür auch unansprechbar (was Judith oft ärgert). In dieser Zeit ist mein Büro zugesperrt, mein Handy auf lautlos und mein Email-Programm geschlossen. Aus der Neurobiologie wissen wir mittlerweile, dass du nach jeder Ablenkung (zB durch Handyläuten, eine kurze Nachricht schreiben, Smalltalk mit einem Mitarbeiter usw. ...) ca. 17 (!) Minuten brauchst, um wieder in den selben konzentrierten Zustand zu kommen wie davor. Beobachte mal, wie oft du dich von Kleinigkeiten ablenken lässt und addiere es mal 17 - wie viel Arbeitszeit könntest du dir sparen?

Durch Anhebung meines Honorars habe ich zwar weniger Aufträge, aber unterm Strich (fast) das selbe Einkommen. Dadurch kommen auch nur mehr jene Menschen in mein Coaching, die es wirklich ernst meinen und die unbedingt mit mir arbeiten wollen. Und umgekehrt mache ich auch nur mehr maximal zwei Sessions (á 90 Minuten) pro Tag, um meinen Klienten die nötige Präsenz bieten zu können, die es braucht, um wirklich tiefer gehen zu können.

Auf die Inszenierung meiner selbst und die der anderen auf Instagram verzichte ich nach wie vor, auf Facebook und LinkedIn bin ich zwar wieder zurück, aber nur mehr punktuell und aktiv auf meinem MacBook anstatt wie früher oft passiv und durchscrollend auf meinem iPhone. Nachrichten schreibe ich nicht mehr sofort zurück, sondern geballt zwei Mal am Tag. 

Die Selbstständigkeit ist Fluch und Segen zugleich. Du musst nie arbeiten, aber kannst immer.

Die Frage ist nur, welches Pensum dir gut tut, wie lange du produktiv sein kannst und wie viel Geld du wirklich brauchst?!

Vater zu sein hingegen ist ein einziger Segen, ein Traum und die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann. Ja, natürlich gibt es genug intensive Herausforderungen und auch Momente, die mich  sehr fordern, manchmal auch überfordern. Aber auch die erfüllen mich. Daran darf ich wachsen. Außerdem ist diese Aufgabe temporär, zumindest in dieser Intensität. Wenn Papas älterer Kinder etwas bereuen, dann oft, dass sie die ersten Lebensjahre ihrer Kinder zu wenig für sie da waren. In dem Zeitraum, wo man so Vieles beisteuern und am meisten von ihnen lernen kann.

Arbeiten und Geld verdienen kann ich mein Leben lang. Meine Kinder beim Aufwachsen begleiten nur in den nächsten Jahren.

An dieser Stelle auch noch ein fettes Danke an Judith, die in ihrer Rolle als Mutter, Lehrerin, Hausfrau und Partnerin mindestens genau so gefordert ist wie ich. Wahrscheinlich sogar am meisten von mir. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit den gleichermaßen geteilten Haushaltsverpflichtungen auch ein bisschen geschummelt - beim Putzen und Kochen hat sie doch die Nase vorn. Dem Bild der modernen Frau im Jahr 2020, die alles - und das noch möglichst perfekt - machen sollte, gerecht zu werden, ist erstens nicht normal und zweitens auch nicht möglich. Ich ziehe den Hut vor allen Frauen, die für ihre Kinder da sind und den Haushalt alleine schmeißen. Und noch viel mehr von den Alleinerziehenden! Laut einer Statistik investieren Mütter im Schnitt 80 Stunden pro Woche für ihre Kinder und den Haushalt und haben 1,2 Stunden pro Tag Zeit für sich selbst...

Ich wünsche dir, dass auch du dich auf das für dich Wesentliche konzentrieren kannst und keine Zeit absitzen oder verschwenden musst. Ich wünsche  dir, dass auch du möglichst viel Zeit mit deiner Familie, deinen Freunden und den Dingen, die dir wirklich wichtig sind, verbringen kannst. Ich wüsche dir, dass du das machen kannst, was dich am meisten interessiert und begeistert. Ich wünsche dir eine schöne Fastenzeit.

Wovon weniger würde dir gut tun? Was an mehr würde dafür in dein Leben kommen?

Mut zum Freiraum – Wie du Stress abbau​st und Lebenszeit aufbaust

Mut zum Freiraum - Wie du Stress abbau​st und Lebenszeit gewinnst

Höher, schneller, weiter. Immer mehr. Rauf auf die Karriereleiter. Rein in die Gehaltserhöhung. Ein Auftrag nach dem nächsten. All in Verträge. 12-Stunden-Tage. 60-Stunden-Wochen. Umsatz steigern. Investoren gewinnen. Profit steigern. Wirtschaft ankurbeln.

Und irgendwann geht dir die Luft aus.

So wie wenn du​ mitten auf dem Ozean in einem Segelboot sitzt und verzweifelt versuchst, ​es mit deiner Puste anzutreiben​. Aber es tut sich nichts. Du pustest stärker. Wieder nichts. ​Du gibst noch einmal alles und pustest so stark und lange wie du nur kannst. Aber noch immer nichts. Das Boot bewegt sich keinen Zentimeter. Schließlich musst du aufgeben. Du bist völlig erschöpft und ratlos.

Als du dich gedanklich schon von diesem Planeten verabschiedest und beginnst, dein Testament zu schreiben, hörst du plötzlich etwas Pfeifen. Keinen Menschen, keinen Delphin, nein, it’s blowing in the wind. Genau in dem Moment, als du losgelassen hast und keine Erwartungen mehr hattest, setzt sich dein Boot wieder in Bewegung. Ohne dein Zutun, ohne Mühe, ohne Nachdenken. Und es geht wieder vorwärts. Der Wind wird stärker und stärker und es geht richtig dahin mit dir.

Du darfst vertrauen...

auf den Rhythmus der Natur, auf den Rhythmus deiner Bio und den Umstand, dass die besten Dinge für dich passieren. Spürst du im Moment vielleicht auch, weniger Energie als im ​Sommer oder Herbst zu haben? Das ist kein Wunder! Kürzere Tage, weniger Sonne, weniger Wärme. Die Natur hat sich schon was dabei gedacht. Wie viele andere Lebewesen brauchen wir zwar keinen Winterschlaf, viele von uns aber sehr wohl mehr Schlaf, mehr Ruhe, mehr Auszeit.

Doch wir Menschen haben die 9 to 5 Tage, die 40-h-Woche und die 5 Wochen Urlaub ​erfunden und scheren damit alle über einen Kamm. Doch das entspricht nicht deinem Rhythmus oder jenem der Natur, sondern in erster Linie dem der Wirtschaft: Zumindest als Arbeitskraft solltest du ständig aktiv und produktiv sein. Und weil dir dann ohnehin so wenig Freizeit bleibt, presst du dann auch in deine freien Abende und Wochenenden noch alles hinein, jagst von einem Termin zum nächsten und machst dir auch noch ordentlich Freizeitstress. Wenn du dann endlich zwei Wochen Urlaub hast, wirst du plötzlich krank. Meistens gleich am ersten Tag, weil sich dein Körper endlich erlaubt, einmal runterzufahren und sich eine Auszeit zu nehmen. Wie lange willst du noch so weitermachen? Für wen machst du das eigentlich? Und zu welchem Preis?

Wann beginnst du das Leben zu leben, das du wirklich willst?

Mut zum Freiraum
Ich wünsche dir viel Freiraum in deinem Leben. I​ch wünsche dir, dass du den Mut hast, auch ​einmal loszulassen, kürzer zu treten oder dich ganz rauszunehmen. Ich wünsche dir, dass Wind kommt (und das wird er), wenn du ihn wirklich brauchst . Und ich wünsche dir, dass du es auch genießen kannst, wenn er mal nicht kommt und du Zeit für dich und andere Dinge gewinnst.

Du wirst sehen, dass sich gerade dann, wenn du den nötigen Freiraum dafür schaffst, plötzlich sehr coole Dinge ergeben können, mit denen du nicht gerechnet hast, ja vielleicht welche, die du dir nicht mal erträumen hättest können: Neue Ideen oder Ziele, unerwartete Aufträge oder Angebote,​ neue Begegnungen oder Leidenschaften.

​Das Loslassen ist das Natürlichste der Welt. Dein Leben beginnt und endet damit: Bei deiner Geburt ​löst du dich von deiner Mutter, bei deinem Tod von dieser Welt. Und dazwischen glaubst du tatsächlich, an allem festhalten zu ​müssen. Hör' auf alles erzwingen und übers Knie brechen zu wollen. Du darfst ​darauf vertrauen, dass das Beste für dich passiert.

​Ich coache Menschen in ihrer Transformation. Hin zu ihrem wahren Selbst, zum Ursprung ihres Wesens, in dem sie in ihre größte Kraft kommen, um ihre vollen Potenziale zu entfalten. Gemeinsam finden wir den Weg dorthin. Wenn du Gänsehaut bekommst und deine Augen (wieder) funkeln, dann sind wir richtig. Im Zuge meiner Coachings entwickelst du deine ganz persönliche Mission und Vision und lernst sie auch umzusetzen und zu leben. Die Zeit ist reif, es niemand anderem mehr recht zu machen, sondern dem wichtigsten Menschen in deinem Leben, dir selbst, deinem Selbst.

Sehnsucht nach Plan A – Der erste Schritt in deine Transformation

Sehnsucht nach Plan A - Der erste Schritt in deine Transformation​.

3 von 4 Menschen ​machen nicht den Job, der sie erfüllt. In Deuschland sind das 30 Millionen! Aber nur 1,3 % haben es 2019 gewagt, ihren Job auch zu wechseln. Diese Statistik hat die "Zeit" ​in ihrer letzten Ausgabe mit dem Artikel "Sehnsucht nach Plan B" ​veröffentlicht.

Mut verändert
​Der Mut, das Leben zu leben, das du dir wirklich wünschst. Der Mut, es dir selbst recht zu machen anstatt allen anderen. De​r Mut, loszulassen, den ersten Schritt zu wagen, Nein zu sagen. Der Mut, glücklich zu sein. Der Mut deinen Plan A anzustreben.

Dein Leben ist keine Kosten-Nutzen-Rechnung,

auch wenn unser kapitalistisches System das vorzugeben versucht. Es ist vielmehr ein großes Geschenk, ein Freiraum, ein großer, weißer Fleck, den du mit den Menschen, Momenten und Jobs füllen darfst, die du dir wünschst, die dir gut tun, die dich bereichern. Das Leben soll bunt sein, voll von Abenteuern, Träumen und Magic Moments. Von Festen, die du feierst und Herausforderungen, an denen du wachsen darfst. ​

In meinen 1:1 Coachings
stelle ich fest, dass zwei Wege zum “Mut zur Veränderung” führen: Entweder die enorme Sehnsucht nach dem Neuen oder der belastende Leidensdruck im Alten. Oder beides gleichzeitig. Manche bekämpfen nur Symptome und flüchten von einem Job in den anderen oder von einer Beziehung in die andere oder von einem Ort zum anderen. Andere wiederum nehmen ihre Herausforderungen an, und als Anlass, sich in der Tiefe mit sich und ihrem Thema zu beschäftigen. Wenn du dein Leben wirklich nachhaltig ins Positive verändern möchtest, dann führt kein Weg an Option 2 vorbei. Du darfst und musst dich zuallererst selbst verändern. Und dafür braucht’s erst mal eine...

Atempause
Der Moment der Ruhe im Hier und Jetzt, zwischen deiner Vergangenheit und deiner Zukunft, so wie der Moment zwischen dem Ein- und Ausatmen, in dem alles still steht, du ganz zur Ruhe und zu dir kommst. Ein Yogi hat mir mal verraten, dass diese jene Momente sind, in denen wir am meisten empfänglich sind für die Verbindung mit unsere​r größten Kraft.

Der Moment in dem du zumindest einmal für eine bestimmte Zeit aufhörst, deinen ToDos hinterherzuhecheln, den vielen Verpflichtungen, denen du ohnehin nie ganz nachkommst oder gerecht wirst und vielleicht ständig das Gefühl hast, nicht genug zu leisten.

Der Moment, in dem du inne hältst und dir einen Freiraum schaffst, um ganz bewusst zu reflektieren: Bist du noch am richtigen Weg oder hast du dich verlaufen? Willst du dich von deinem Hamsterrad befreien oder musst du etwas in dir verändern? Ist dein Umfeld dein Problem oder liegt es ​an dir selbst?

Was würdest du tun, wenn du heute noch einmal von Null beginnen könntest?

Glaubenssätze
​Auch viele meiner ​Klienten kommen zu mir, weil sie ​mit ihrem Job unzufrieden sind und ​ sich verändern möchten. Sie wissen zwar, was sie nicht mehr möchten, aber nicht, was sie eigentlich möchten. Das ist schon mal das erste Problem: Das Gehirn versteht kein Nein. Sich ständig damit zu beschäftigen oder sich darüber zu beschweren, was man nicht möchte, ist reine Energieverschwendung.

Um herauszufinden, in welche Richtung du dich entwickeln möchtest, welches Neue du gerne starten möchtest, musst du tiefer gehen und herausfinden, welches Gefühl hinter dem Problem steckt, welcher Wert, welches Bedürfnis unbefriedigt ist. 

// Sehnst du dich nach mehr Freiheit?
// Hättest du gerne mehr Abenteuer?
// Wünscht du dir mehr Wertschätzung?

Hast du dein(e) Bedürfnis(se) erst einmal verortet, kannst du noch einen Schritt tiefer gehen und deine Glaubenssätze hinter den nicht befriedigten Bedürfnissen prüfen. Vielleicht gibt es welche, die dir in deiner Verwirklichung im Weg stehen:
// Glaubst du, viel leisten zu müssen, um etwas wert zu sein?
// Traust du dir nicht zu, wirklich erfolgreich zu sein?
// Erlaubst du dir nicht, glücklich zu sein?

Um die Antworten auf diese Fragen und viele mehr zu finden, reicht es eben nicht, einfach nur das Symptom zu bekämpfen. Das wäre eine falsche Abkürzung, die dich in die Irre führt, weil dich die wahren Ursachen wieder einholen. So als würdest du gegen Marcel Hirscher im Riesentorlauf antreten und ein paar Tore auslassen, um ihn zu überholen. Das funktioniert nicht. Erstens würde er dich ohnehin immer wieder einholen. Und selbst wenn du schneller ins Ziel gelangen würdest, würden sie dich disqualifizieren.

Den Job hinzuschmeißen, die Beziehung aufzugeben oder deinen Wohnort zu wechseln, kann maximal die Konsequenz sein. Die Folge der Arbeit an dir, deinen Bedürfnissen und Glaubenssätzen. Und dafür brauchst du eben die Atempause, den nötigen Freiraum.

Im ersten Schritt
kann dir ein weißes Blatt Papier, ein ausgedehnter Spaziergang oder ein freies Wochenende in der Natur helfen, um dich den wichtigen Fragen zu stellen. Solltest du auf diese Art und Weise aber keine Antworten finden oder irgendwann anstehen, brauchst du jemanden, mit dem du tiefer gehen kannst. Das geht oft nicht alleine, weil du dafür zu sehr in deiner eigenen Wahrnehmung, deinen Glaubens- und Verhaltensmustern gefangen bist. Oder vielleicht hast du dir auch die falschen Fragen gestellt, aus Angst vor den richtigen.

Ich hatte selbst mehrere, aber vor allem zwei, starke Coaches in den beiden wichtigsten und herausforderndsten Phasen meines Lebens: Als Jugendlicher am Weg zum und mit 25 am Weg weg vom Profifußballer in mein "Leben danach". Diese Phasen hätte ich niemals (so gut) alleine meistern können und ich möchte mir auch nicht ausmalen, wo ich ohne sie gelandet wäre...

Willst du dein Leben verändern? Bist du bereit, dich selbst verändern? Dahin zu gehen, wo es weh tut, in die Tiefen deiner Persönlichkeit zu begeben? Bist du bereit, dein altes Ich loszulassen, um dich neu zu orientieren, ja vielleicht sogar ganz neu erfinden zu können?

Ich coache Menschen in ihrer Transformation. Hin zu ihrem wahren Selbst, zum Ursprung ihres Wesens, in dem sie in ihre größte Kraft kommen, um ihre vollen Potenziale zu entfalten. Gemeinsam finden wir den Weg dorthin. Wenn du Gänsehaut bekommst und deine Augen (wieder) funkeln, dann sind wir richtig. Im Zuge meiner Coachings entwickelst du deine ganz persönliche Mission und Vision und lernst sie auch umzusetzen und zu leben. Die Zeit ist reif, es niemand anderem mehr recht zu machen, sondern dem wichtigsten Menschen in deinem Leben, dir selbst, deinem Selbst.

Warum du andere nicht motivieren kannst – die Philosophie meines Coachings

Warum du andere nicht motivieren kannst – die Philosophie meines Coachings

Hast du einen Job, in dem du andere Menschen motivieren oder inspirieren solltest? Als Unternehmer, Lehrer oder Trainer zum Beispiel? Oder arbeitest du auch als Autor, Speaker oder Coach? Oder bist einfach „nur“ Mama, Papa oder bester Freund? Dann habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die schlechte zuerst: Du kannst andere gar nicht inspirieren. Die gute: Du musst andere gar nicht inspirieren. Das geht nämlich gar nicht.

Inspiration kann man nicht geben. Sie entsteht.

Im Freiraum
Inspiration entsteht im Freiraum zwischen Menschen, die ihre Herzen und Geister öffnen, um einen Schritt aufeinander zugehen zu können. In dem Moment, in dem sie einander aufmerksam und achtsam begegnen, sie in Resonanz gehen, sich in Schwingung bringen und auf der selben Wellenlänge surfen.

Falls dir dieser Blogpost gefällt oder er etwas in der auslöst, hast du mindestens genau so viel dazu beigetragen wie ich. Du öffnest ihn, du öffnest dich für ihn, du schenkst dir die Zeit, liest ihn durch, bringst dein Vorwissen mit und interpretierst ihn auf deine Art und Weise – ein wesentlicher Beitrag für eine mögliche Inspiration. Danke an dieser Stelle, dir und all meinen Lesern und Zuhörern der letzten Jahre, für eure Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Ohne euch wären meine Bücher und Vorträge nichts außer (r)einer Selbstdarstellung und ein wenig Selbsttherapie.

Zu wissen und zu begreifen, dass ich dich nicht inspirieren muss, ja gar nicht kann, erleichtert mich und mein Tun, vor allem mein Ego, das noch bis vor kurzem geglaubt hat, dich be-eindrucken, dir etwas rein-drücken, zu müssen. Wie hochnäsig es von mir war zu glauben, dich von oben herab inspirieren, motivieren oder missionieren zu können.  

Die Philosophie meines Coachings
So richtig bewusst geworden ist mir das alles in den letzten Monaten in meinen Coachings, sowohl in kleinen Gruppen, aber noch mehr im 1:1. Ich habe immer mehr gespürt und erfahren, dass meine Aufgabe als Coach ist, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Inspiration entstehen kann. Und diese Voraussetzungen heißen Raum, Zeit, Präsenz, Mut, Vertrauenswürdigkeit und Liebe. Je mehr ich davon bieten kann, desto besser sind meine Coachings: Der Raum, den ich schaffe, in dem wir aufeinander zugehen können. Die Zeit, die ich mir nehme, weil du mir wichtig bist. Die Präsenz, in der ich dir aufmerksam zuhören und dir die richtigen Fragen stellen kann. Der Mut, dir die Fragen zu stellen, die sich sonst keiner stellen traut. Die Vertrauenswürdigkeit, dass deine Antworten bei mir auch gut aufgehoben sind. Und die Liebe, einerseits zum Coaching selbst – die Leidenschaft, andere Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen - und andererseits zum Coachee, als Basis, damit wir uns auf der Herzensebene begegnen können.

Vielleicht kannst auch du jetzt durchatmen, aus dieser Perspektive über dein Sein, dein Tun oder deine Arbeit nachzudenken. Entsteht keine Motivation oder Inspiration, dann liegt das nicht nur an dir, sondern auch an deinem Gegenüber. Wenn ein Jugendlicher (gerade) keine Lust auf Schule hat, wirst du dir selbst als bester Lehrer der Welt schwer tun, ihn für dein Fach begeistern zu können. Sieht deine Mitarbeiterin keinen Sinn in ihrer Arbeit, wirst du sie auch als beste Führungskraft der Welt nicht davon überzeugen können. Hat dein Spieler gerade private Probleme, wirst du ihn auch als bester Trainier der Welt nicht zu Höchstleistungen bringen können.

Du musst die Menschen in deinem Umfeld nicht inspirieren oder motivieren. Du darfst ihnen einfach nur begegnen. 

Begegnung = aufeinander zugehen
Und wenn es so ist, dass Inspiration nicht bei dir und nicht bei mir, sondern in unserer Begegnung, entsteht, dann bedeutet das gleichzeitig, dass wir gefordert sind, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Der Einheimische auf den Fremden, die Schülerin auf die Pensionistin, der Linke auf den Rechten, die Christin auf den Moslem, der Türkise auf den Grünen. Und wenn daraus vielleicht nicht immer Inspiration entsteht, dann zumindest Verständnis. Oder zumindest eine Kommunikation, als Prophylaxe gegen die Entstehung vieler Probleme, die auf schlechter oder fehlender Kommunikation basieren. Ja, Herr Watzlawik, ich weiß, man kann gar nicht nicht kommunizieren, aber man kann sich sehr wohl nicht begegnen, in dem man sich ignoriert, abgrenzt oder einfach auf der Oberfläche hängen bleibt. Das Gegenteil würde bedeuten: Tiefe, Augenhöhe, Herzensebene.

Ein Hoch auf die Begegnung!
Sie ist der Ursprung für die Inspiration. Du kannst übrigens nicht nur anderen Menschen begegnen, sondern auch der Natur, anderen Lebewesen, höheren Kräften oder auch – und vor allem – dir selbst. Ich wünsche dir viele schöne Begegnungen in deinem Leben. Wobei: So viele müssen es gar nicht sein. Lieber wenige richtige als viele nichtige. Die richtigen halten eh an und wirken nach. Alles, was du dafür tun musst, ist, dich dafür zu öffnen und bereit zu sein. Der Rest kommt ganz von selbst.

Ich coache Menschen in ihrer Transformation. Hin zu ihrem wahren Selbst, zum Ursprung ihres Wesens, in dem sie in ihre größte Kraft kommen, um ihre vollen Potenziale zu entfalten. Gemeinsam finden wir den Weg dorthin. Wenn du Gänsehaut bekommst und deine Augen (wieder) funkeln, dann sind wir richtig. Im Zuge meiner Transformations Trainings entwickelst du deine ganz persönliche Mission und Vision und lernst sie auch umzusetzen und zu leben. Die Zeit ist reif, es niemand anderem mehr recht zu machen, sondern dem wichtigsten Menschen in deinem Leben, dir selbst, deinem Selbst.

Erfolg ist relativ – 3 Perspektiven aus meinem Leben

Erfolg ist relativ - 3 Perspektiven aus meinem Leben

Erfolg: Das Schlagwort unserer Zeit. Der größte Wert des Kapitalismus. Das Ziel jedes Unternehmens. Der Maßstab des Menschen.

Erfolg im Profifußball.
Jeder von uns will/soll/muss in irgendeiner Art erfolgreich sein. Und das ist bis zu einem gewissen Grad auch gut so. Aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass “Erfolg” für jeden etwas Anderes bedeutet und dass es so wichtig ist, Erfolg für sich persönlich zu definieren.

Als Fußballprofi mit Anfang 20 war Erfolg für mich, mir einen Stammplatz im Team zu erkämpfen, Tore zu schießen und vorzubereiten, in der KronenZeitung mit der Note 5 (= hervorragend) bewertet zu werden, mit dem Team Siege einzufahren und fette Prämien zu kassieren.

Erfolg bei „Dancing Stars“
Seit meinem Karriereende mit 25 hat sich meine Definition von Erfolg stark gewandelt. So richtig ist mir das heuer während meiner Teilnahme bei den “Dancing Stars” bewusst geworden. In den vielen Interviews im Vorfeld bin ich oft gefragt worden, was mein großes Ziel sei, wann ich meine Teilnahme als Erfolg bezeichnen würde. Am Beginn habe ich noch ganz selbstbewusst und selbstverständlich geantwortet: “Natürlich würde ich das Ding gerne gewinnen. Oder zumindest im Finale stehen.”

Meine geheime Mission
Diese Antwort hat sich aber von Beginn an nicht gut angefühlt. Einerseits, weil ich zu diesem Zeitpunkt absolut nicht tanzen konnte, andererseits, weil ich in der Reflexion meiner Interviews gespürt habe, dass es mir mit diesem Projekt eigentlich gar nicht ums Gewinnen, sondern um etwas ganz Anderes ging: Nach drei Jahren in meiner Komfortzone wollte ich wieder mal ins kalte Wasser springen und etwas ganz Neues ausprobieren. Ich wollte meinen Glaubenssatz “Ich kann nicht tanzen” überprüfen und herausfordern. Und ich wollte vor allem Spaß haben, spannende Begegnungen machen und tanzen lernen. Letzteres auch mit dem Hintergedanken - und noch ganz geheim - für unsere Hochzeit im nächsten Jahr - spätestens da wollte ich soweit sein, mit Judith die Tanzfläche zu rocken 🙂

Genießen > Gewinnen
Und genau so ist es dann auch gekommen. Als wir in Runde 5 rausgeflogen sind, waren viele unserer Freunde und Fans traurig oder gar wütend und wollten uns trösten. Ja, natürlich waren wir im ersten Moment auch enttäuscht, weil wir gerne weitergemacht hätten. Aber diese Emotion hielt nicht lange an, weil Erfolg für Julia und mich nicht bedeutete, die Bewertungen (Jury und Anrufe) von außen über unser Glück entscheiden zu lassen, sondern weil die für uns persönlichen, ganz individuellen, oben genannten Faktoren entscheidend waren, ob dieses Projekt für uns erfolgreich sei oder nicht: Dass wir uns immer auf unsere Begegnungen gefreut haben, dass ich mit jedem Training etwas dazulernen durfte, dass ich die Shows richtig genießen und feiern konnte (die erste noch nicht - da hab’ ich mir fast in die Hose geschissen) und vor allem, dass ich wieder einmal in meinem Leben erfahren habe, was alles möglich ist, wenn du deiner Begeisterung folgst und konsequent auf deine Ziele und Träume hinarbeitest.

Erfolg im Alltag.
Dancing Stars war eine Once in a Lifetime Opportunity unter sehr speziellen Bedingungen. Ich habe “Erfolg” aber auch darüber hinaus in den letzten Monaten und Jahren für mich neu definiert. Auch im Alltag gelingt es mir immer besser, mich nicht mehr (nur) an Leistungen zu messen oder mich nicht von außen beurteilen zu lassen. So schaue ich beim Joggen nicht mehr auf die Pulsuhr, so ist es mir beim Tennisspielen komplett wurscht, ob ich als Sieger vom Platz gehe, so fahre ich heute einen gebrauchten Opel-Family-Kombi statt einem neuen 285-PS-BMW-Coupé und trage statt Hugo-Boss-Hemden meistens “VRESH”-Leiberl oder -Hoodys (Achtung: Das ist keine bezahlte Werbung → Ich bin einfach “nur” ein Fan von Klaus und seinem Unternehmen.)

Mein größter Erfolg – Die Familie
Eine letzte Anekdote noch zu der Definition und Relation von Erfolg. Ich habe heute einen der größten Erfolge dieses Jahres, vielleicht meines Lebens gefeiert. Nein, ich habe mir kein neues Auto gekauft, ich habe keinen fetten Speaker- oder Coaching-Auftrag an Land gezogen und ich habe auch nicht im Lotto gewonnen.

Ich habe unseren kleinen, bald acht Monate alten, Felix zum ersten Mal schlafen legen können 🙂 Im Kinderwagen oder in der Trage ist er schon öfter bei mir eingeschlafen. Aber es ist mir noch nie gelungen, ihn von da ins Bett und in den tieferen Schlaf zu begleiten. Bis dato ist er immer aufgewacht, hat zu schreien begonnen und Mamas Brust gefordert. Erst dann hat er sich wieder beruhigt und ist wieder eingeschlafen. Das war sowohl für mich als auch für Judith ziemlich frustrierend. Für Judith, weil sie nie länger als 2-3 Stunden für sich hatte. Für mich, weil ich das Gefühl hatte, Felix nicht gut genug zu sein bzw. nicht ausreichend unterstützen zu können.

Mir ist schon klar, dass die Verbindung zwischen Mama und Baby die wichtigste, und vor allem unersetzliche, ist, aber trotzdem will ich versuchen, Judith so gut es geht zu unterstützen und für Felix da zu sein. Der größte Traum in meinem Leben war es nämlich nicht nur Papa zu werden, sondern vor allem Papa ZU SEIN. Und genau deshalb gehört dieses heutige Erlebnis zu einem der größten Erfolge in meinem Leben. Es ist ein so schönes Zeichen dafür, wie verbunden Felix und ich sind und wie toll wir als Familie eingespielt sind.

Erfolg ist relativ.
Vor 10 Jahren waren es noch Gehaltszettel, Autos und Markenkleidung, heute sind es in erster Linie die Beziehungen zu meiner Familie, meinen Freunden, aber auch den Menschen, denen ich in meiner Arbeit oder auch im Alltag begegnen darf, die mich “erfolgreich”, vor allem aber zufrieden und glücklich machen.

Ich will nichts und niemanden bewerten. Auch nicht meine Vergangenheit. Alles zu seiner Zeit. Und jede(r) nach seine(n) individuellen Werten, Zielen und Erfolgen. Wichtig ist nur, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und sie auch immer wieder zu hinterfragen und zu adaptieren.

  • Was ist dir wichtig?
  • Was bedeutet Erfolg für dich?
  • Was sind deine ganz persönlichen Ziele und Träume?