Corona als Chance #1 - Die andere Seite der Medaille

"Du veränderst dich immer dann, wenn dir das Leben eine ordentliche 'Watschn' gibt", hat es Ali Mahlodji in unserem TräumWeiterTALK so schön auf den Punkt getroffen. Die Watschn ist jetzt da, sie heißt Corona und sie sitzt ordentlich. Sie trifft uns so hart, dass uns ganz schwindlig wird und viele von uns sich seit Tagen im Kreis drehen.

Persönlich und in Ansätzen erinnert sie mich an meine vierte schwere Knieverletzung als Fußballprofi, die mir den Boden unter den Füßen wegriss und mit der ich realisierte, dass nun endgültig die Zeit reif war, mich zu verändern. Doch so sehr ich die Sehnsucht nach etwas Neuem spürte, so sehr hatte ich auch Angst davor. Ich bin mir sicher, dass auch du dir bereits die ein oder andere Watschn im Leben abgeholt hast: eine schwere Krankheit, einen Unfall, die Trennung von einem Menschen, den Verlust eines Jobs oder was auch immer.

Corona liefert uns nun aber eine ganz neue Dimension. Diese Krise bietet die einzigartige Chance, geballt und auf nationalem, vielleicht sogar auf globalem Level, unsere Gesellschaft zu transformieren. Einiges passiert gerade gezwungenermaßen und ganz automatisch. 

Die Natur regelt, woran Politik und Wirtschaft bisher gescheitert sind:

// Das Virus zwingt uns dazu, zuhause zu bleiben. Wir dürfen nicht mehr fliegen und sollen auch mit wenigen Ausnahmen nicht mehr Auto fahren. Die Folge: Wir reduzieren CO2.
// Das Virus zwingt uns dazu, bewusst einzukaufen, sprich: lokal in Österreich und nur mehr das Notwendigste. Die Folge: Wir fördern die heimische Wirtschaft, reduzieren Müll und besinnen uns auf das Wesentliche (die meisten zumindest).
// Und das wichtigste: Das Virus zwingt uns dazu, füreinander statt gegeneinander zu sein, uns gegenseitig zu helfen, uns für die Kranken und Schwachen einzusetzen und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Wenn wir es als Gesellschaft verstehen, nicht nur auf die Gegebenheiten der Natur oder die Beschlüsse der Politik zu reagieren, sondern aktiv und selbstbestimmt zu agieren, unser Leben in die Hand zu nehmen und selbst zu gestalten, könnte diese Krise die Brücke zu einer neuen Ära in unserer Gesellschaft sein.

2 Typen von Menschen -  Schaf oder Löwe?
In dieser aktuellen Phase wird deutlich, dass es in Sachen Krisenbewältigung zwei Typen von Menschen gibt, zwei Blickwinkel auf die Medaille, die Watschn namens Corona:

Auf der einen Seite die Schafe, die in Schockstarre geraten und vor lauter Angst handlungsunfähig werden. Sie begeben sich in die Opferrolle und warten darauf, was andere jetzt tun bzw. entscheiden.

Und auf der anderen Seite die Löwen, die sich von der mainstreamigen Panikmache befreit haben, um aktiv etwas zu unternehmen. Entweder für das Wohl anderer (DANKE an alle!) und/oder für das eigene. Du musst übrigens kein schlechtes Gewissen haben, wenn du jetzt auch auf dich schaust und es dir gut gehen lässt (mehr dazu im nächsten Blogpost).

N.I.P.S.I.L.D. - Nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken

Die einen lassen sich fremdbestimmen, die anderen treffen eigene Entscheidungen. Die einen tun so weiter wie immer, die anderen nützen diese Zeit, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die einen haben Angst vor den Gefahren, die anderen erkennen die Chancen. Die einen denken in Problemen (oder gar nicht), die anderen in Lösungen. 

So wie das "Obsthaus" in Wien zum Beispiel: Die Krise bedrohte sehr schnell die Existenz des Unternehmens. Die Familie beschloss, sich nicht im Selbstmitleid zu baden, sondern lieber aktiv zu werden. Sie bot von einem Tag auf den anderen eine Hauszustellung an und informierte ihre treuesten Kunden darüber. Die fanden die Idee so cool, dass die Nachricht schnell - Pardon! - "viral" ging und die Aktion zum Geschäft ihres Lebens führte: Sie erhielten innerhalb von 36 Stunden über 3000 (!) Bestellungen (u.a. auch von uns) - so viele, dass sie aktuell mit dem Ausliefern gar nicht mehr nachkommen!

Auch ich habe damals nach meiner letzten schweren Verletzung schnell erkannt, dass mich das Problem, meine Larmoyanz und meine Angst vor der ungewissen Zukunft nicht weiterbringt. Ich hatte zwar keinen Plan, was ich jetzt machen sollte und ob mich je wieder etwas so sehr begeistern wird können wie das Fußballspielen, aber die einzige Lösung schien mir, einfach Dinge auszuprobieren. Und so bin ich per "Trial and Error" über das Weltreisen, Schreiben, Trainer Sein, Fußballspiele Analysieren, Start-up Gründen, Tanzen, Vortragen und Workshops Leiten schließlich zu dem vorgedrungen, was ich heute tue und was ich als meine Mission empfinde: Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten.

Manche meiner Experimente sind kläglich gescheitert, manche gut gelungen, manche voll aufgegangen. Von allen aber habe ich gelernt und alle haben sie mich zu dem gebracht, wofür ich wirklich da bin. Heute verstehe ich endlich, was Steve Jobs mit folgendem Zitat gemeint hat (Inspirierendes Video dazu unter den "Links für dich")

"You can only connect the dots backwards. So you have to trust the dots will somehow connect in your future."

Blickwinkel ändern
Welcher Typ bist du - Schaf oder Löwe? Welchen Blickwinkel auf die Medaille hast du gewählt? Bist du immer noch geschockt und wartest einfach, bis der Spuk von selbst vorbeigeht? Oder hast du für dich und unsere Gesellschaft auch bereits erste Chancen erkannt?

2 Übungen für dich
NIPSILD - Mach' eine Tabelle mit zwei Spalten. In der linken sammelst du alle Probleme, die du im Moment für dich oder auch die Gesellschaft erkennen kannst - egal wie klein oder groß. In der rechten Spalte drehst du den Spieß um, schaust einmal von der anderen Seite auf die Medaille und lieferst den (möglichen) Lösungsvorschlag.

- Was würdest du tun, wenn du heute noch einmal ganz von 0 starten könntest?
Stell dir vor, du verlierst im Zuge dieser Krise alles, wirklich alles (Job, Partner, Freunde, Besitz usw.) und du könntest im positivsten aller Sinne noch einmal ganz neu beginnen:
// Welchen Job würdest du machen?
// Würdest du dir wieder deinen Partner aussuchen? Oder deine Freunde?
// Was würdest du gerne lernen, welche neuen Hobbies starten?
// Was würdest du dir (wieder) kaufen? Was brauchst du wirklich?

3 Links für dich
- "TräumWeiterTALK" - mit Unternehmer Ali Mahlodji
- "Connecting the dots" - Motivations-Video mit Steve Jobs
- "Die Welt nach Corona" - Blogpost von Zukunftsforscher Matthias Horx

phack