Warum du andere nicht motivieren kannst – die Philosophie meines Coachings

Hast du einen Job, in dem du andere Menschen motivieren oder inspirieren solltest? Als Unternehmer, Lehrer oder Trainer zum Beispiel? Oder arbeitest du auch als Autor, Speaker oder Coach? Oder bist einfach „nur“ Mama, Papa oder bester Freund? Dann habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die schlechte zuerst: Du kannst andere gar nicht inspirieren. Die gute: Du musst andere gar nicht inspirieren. Das geht nämlich gar nicht.

Inspiration kann man nicht geben. Sie entsteht.

Im Freiraum
Inspiration entsteht im Freiraum zwischen Menschen, die ihre Herzen und Geister öffnen, um einen Schritt aufeinander zugehen zu können. In dem Moment, in dem sie einander aufmerksam und achtsam begegnen, sie in Resonanz gehen, sich in Schwingung bringen und auf der selben Wellenlänge surfen.

Falls dir dieser Blogpost gefällt oder er etwas in der auslöst, hast du mindestens genau so viel dazu beigetragen wie ich. Du öffnest ihn, du öffnest dich für ihn, du schenkst dir die Zeit, liest ihn durch, bringst dein Vorwissen mit und interpretierst ihn auf deine Art und Weise – ein wesentlicher Beitrag für eine mögliche Inspiration. Danke an dieser Stelle, dir und all meinen Lesern und Zuhörern der letzten Jahre, für eure Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Ohne euch wären meine Bücher und Vorträge nichts außer (r)einer Selbstdarstellung und ein wenig Selbsttherapie.

Zu wissen und zu begreifen, dass ich dich nicht inspirieren muss, ja gar nicht kann, erleichtert mich und mein Tun, vor allem mein Ego, das noch bis vor kurzem geglaubt hat, dich be-eindrucken, dir etwas rein-drücken, zu müssen. Wie hochnäsig es von mir war zu glauben, dich von oben herab inspirieren, motivieren oder missionieren zu können.  

Die Philosophie meines Coachings
So richtig bewusst geworden ist mir das alles in den letzten Monaten in meinen Coachings, sowohl in kleinen Gruppen, aber noch mehr im 1:1. Ich habe immer mehr gespürt und erfahren, dass meine Aufgabe als Coach ist, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Inspiration entstehen kann. Und diese Voraussetzungen heißen Raum, Zeit, Präsenz, Mut, Vertrauenswürdigkeit und Liebe. Je mehr ich davon bieten kann, desto besser sind meine Coachings: Der Raum, den ich schaffe, in dem wir aufeinander zugehen können. Die Zeit, die ich mir nehme, weil du mir wichtig bist. Die Präsenz, in der ich dir aufmerksam zuhören und dir die richtigen Fragen stellen kann. Der Mut, dir die Fragen zu stellen, die sich sonst keiner stellen traut. Die Vertrauenswürdigkeit, dass deine Antworten bei mir auch gut aufgehoben sind. Und die Liebe, einerseits zum Coaching selbst – die Leidenschaft, andere Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen - und andererseits zum Coachee, als Basis, damit wir uns auf der Herzensebene begegnen können.

Vielleicht kannst auch du jetzt durchatmen, aus dieser Perspektive über dein Sein, dein Tun oder deine Arbeit nachzudenken. Entsteht keine Motivation oder Inspiration, dann liegt das nicht nur an dir, sondern auch an deinem Gegenüber. Wenn ein Jugendlicher (gerade) keine Lust auf Schule hat, wirst du dir selbst als bester Lehrer der Welt schwer tun, ihn für dein Fach begeistern zu können. Sieht deine Mitarbeiterin keinen Sinn in ihrer Arbeit, wirst du sie auch als beste Führungskraft der Welt nicht davon überzeugen können. Hat dein Spieler gerade private Probleme, wirst du ihn auch als bester Trainier der Welt nicht zu Höchstleistungen bringen können.

Du musst die Menschen in deinem Umfeld nicht inspirieren oder motivieren. Du darfst ihnen einfach nur begegnen. 

Begegnung = aufeinander zugehen
Und wenn es so ist, dass Inspiration nicht bei dir und nicht bei mir, sondern in unserer Begegnung, entsteht, dann bedeutet das gleichzeitig, dass wir gefordert sind, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Der Einheimische auf den Fremden, die Schülerin auf die Pensionistin, der Linke auf den Rechten, die Christin auf den Moslem, der Türkise auf den Grünen. Und wenn daraus vielleicht nicht immer Inspiration entsteht, dann zumindest Verständnis. Oder zumindest eine Kommunikation, als Prophylaxe gegen die Entstehung vieler Probleme, die auf schlechter oder fehlender Kommunikation basieren. Ja, Herr Watzlawik, ich weiß, man kann gar nicht nicht kommunizieren, aber man kann sich sehr wohl nicht begegnen, in dem man sich ignoriert, abgrenzt oder einfach auf der Oberfläche hängen bleibt. Das Gegenteil würde bedeuten: Tiefe, Augenhöhe, Herzensebene.

Ein Hoch auf die Begegnung!
Sie ist der Ursprung für die Inspiration. Du kannst übrigens nicht nur anderen Menschen begegnen, sondern auch der Natur, anderen Lebewesen, höheren Kräften oder auch – und vor allem – dir selbst. Ich wünsche dir viele schöne Begegnungen in deinem Leben. Wobei: So viele müssen es gar nicht sein. Lieber wenige richtige als viele nichtige. Die richtigen halten eh an und wirken nach. Alles, was du dafür tun musst, ist, dich dafür zu öffnen und bereit zu sein. Der Rest kommt ganz von selbst.

Ich coache Menschen in ihrer Transformation. Hin zu ihrem wahren Selbst, zum Ursprung ihres Wesens, in dem sie in ihre größte Kraft kommen, um ihre vollen Potenziale zu entfalten. Gemeinsam finden wir den Weg dorthin. Wenn du Gänsehaut bekommst und deine Augen (wieder) funkeln, dann sind wir richtig. Im Zuge meiner Transformations Trainings entwickelst du deine ganz persönliche Mission und Vision und lernst sie auch umzusetzen und zu leben. Die Zeit ist reif, es niemand anderem mehr recht zu machen, sondern dem wichtigsten Menschen in deinem Leben, dir selbst, deinem Selbst.

phack