Déjà-vu Dancing Stars

K​ommenden Dienstag startet mein Training für die „Dancing Stars“. Dann habe ich genau dreieinhalb Wochen Zeit, um von -1 auf 100 zu kommen, um als kompletter Anfänger eine Show einzustudieren und auch abzuliefern, die ​hunderttausende Zuseher vor den Fernsehern begeistert. (​Mehr dazu in meinem letzten Blogpost.)

Hätte man mich vorher gefragt, wie lange ich Zeit bräuchte, um richtig gut tanzen zu lernen und bereit für so eine große Show zu sein, hätte ich mir wohl am liebsten mehrere Monate, wenn nicht Jahre dafür Zeit genommen. Aber das spielt es nicht. Es sind und bleiben eben diese dreieinhalb Wochen.

Das Parkinsonsche Gesetz
besagt, „dass sich Arbeit genau in dem Maß ausdehnt, je nachdem wie viel Zeit für die Erledigung zur Verfügung steht.“ Der britische Soziologe C. Northcote Parkinson hatte sich nach dem zweiten Weltkrieg intensiv mit der wachsenden Bürokratie auseinandergesetzt und im Zuge dessen diese These aufgestellt.

Und wie recht er hat!
Kennst du das? Tendierst du auch manchmal dazu, für ein ToDo bzw. ein Ergebnis genau so viel Zeit aufzuwenden wie du hast, anstatt so viel wie es tatsächlich braucht? Kann es sein, dass du dadurch Zeit verschwendest, weil du dich in irgendeinem Detail verlierst, das gar nicht so wichtig ist? In der Arbeit an einem Konzept zum Beispiel, einer Power Point Präsentation oder einem Text?

Ich bin mir sicher, dass du Beispiele aus deinem (Arbeits-)Leben kennst, wo du schneller und effektiver sein könntest. ​Bestimmt hast du auch schon öfter das gegenteilige Problem erfahren, wenn ​dir die Zeit davonläuft und du  zu sehr unter Druck ​bist, um noch etwas Gutes abzuliefern.

​Hier zwei Ideen, wie du in Zukunft schneller, besser und leichter ans Ziel kommen ​kannst:

Working Backwards
Gehe große Ziele und Träume immer von hinten an! Was ist das „Endergebnis“, das du erreichen möchtest? Visualisiere es, entwickle ein positives Gefühl dafür und nimm diese Bilder mit in den Prozess. Mach’ dir regelmäßig bewusst, was es am Ende ist, das du erreichen möchtest und steck’ dir Zwischenziele darauf hin. Immer ausgehend von dem Punkt, wo du hin möchtest und nicht von dem Status quo! Denn oft ist es zum jetzigen Zeitpunkt einfach unvorstellbar, wie du dieses Ziel je erreichen kannst. So wie bei mir meine Tanz-Performance.

Mut zum Fehler
Der zweite, mindestens genau so wichtige, Aspekt ist, dass du mutig bist und auch in Kauf nimmst,​ Fehler zu machen oder zu scheitern. Eine ganz wichtige Frage, die mir dabei oft hilft: „Was ist das Schlimmste, das dir passieren kann?“

In 99 Prozent der Fälle lautet die Antwort: Nichts. Zumindest nicht langfristig. Vielleicht tut es kurz weh, ​aber was heute wie ein großes Drama scheint, ist morgen schon wieder halb so schlimm. Versuche dich in solchen Situationen immer in die Zukunft zu denken! Nach Niederlagen, Trennungen oder Schicksalsschlägen zum Beispiel. Wie wirst du in einem Monat darauf zurückblicken? Wie in einem Jahr? Meistens ist dann alles schon wieder vergessen. Und gut.

Mein Traum TED-Talk
Eine eigene Erfahrung, die mir für Dancing Stars Hoffnung gibt: Vor fünf Jahren stand ich vor einer ähnlichen Ausgangssituation. Es war schon lange zuvor mein Traum, auf einer "TEDx" (internationale Innovations-Konferenz) zu sprechen, auf dieser großen Bühne meine Geschichte zu teilen und damit Menschen zu bestärken, sich ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Im Sommer 2014 erhielt ich das Angebot, auf der TEDx Pannonia zu sprechen. Die erste TEDx auf einem Boot. Veranstaltet von Hermann Gams und Harald Katzenschläger von der DreamAcademia. Wie geil! Die Challenge: Der Talk sollte auf Englisch sein. Problem I: Ich hatte noch nie auf Englisch vorgetragen. Problem II: Mein Englisch war nicht so prickelnd. Problem III: Nur mehr drei Wochen Zeit. Problem IV: Und dann gleich auf so einer großen Bühne.

Gleiche Situation: Hätte man mich vorher gefragt, wie lange ich mich darauf vorbereiten müsste, hätte ich mir mindestens 2-3 Monate genommen: Erst mal besser Englisch lernen. Dann Speaker- und Bühnen-Coaching, dann eine geile Präsentation machen usw. ...

Doch das war keine Option. Entweder in drei Wochen oder (möglicherweise) nie! In dieser Situation habe ich eines meiner wichtigsten Lebensmottos ausgerufen: Wenn es zwei Optionen gibt - und die gibt es fast immer - dann wähle die mutigere! Ich habe zugesagt. Der Traum war größer als die Angst. Die Folge: Ich habe drei Wochen lang fast täglich an diesem Talk gearbeitet, ​mit Niki Ernst einen genialen Coach als Unterstützer ​gehabt und schließlich am 8.8.2014 die Bühne – oder viel mehr das ​Boot – gerockt. Wobei es definitiv nicht der beste Vortrag aller Zeiten war, aber es war ein Anfang, der wichtige erste Schritt, den wir uns oft nicht zutrauen. Entweder aus Bequemlichkeit, unsere Komfortzone zu verlassen oder aus Angst, loszulassen und uns zu verändern.

Mut verändert,
​Peter

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